dx
Zählt, was in einem Verzeichnis liegt, und wie schwer es ist — eine Ebene tief, ein Blick, sofort fertig.
$ dx ~/src -r -t 8
/Users/mike/src 2489 1.1G
Wetter/ 297 316M ██▉ 29%
gblog/ 99 135M █▎ 12%
gbld/ 82 131M █▏ 12%
goca/ 80 108M █ 10%
futterturm/ 62 68M ▋ 6%
BugSim/ 323 68M ▋ 6%
gvm/ 37 57M ▌ 5%
mJournal/ 204 42M ▍ 4%
… 16 more 1305 179M █▋ 16%
Links der Name, dann die Zahl der enthaltenen Dateien, dann die Summe ihrer
Größen, dann der Anteil am Ganzen. Die Kopfzeile ist das Verzeichnis selbst.
Verzeichnisse werden vollständig durchlaufen, aber nicht aufgeklappt — für
alles Weitere ist ncdu da.
Im Terminal ist die Ausgabe farbig, nach der Palette aus mwxcol.
Bauen und installieren
cd ~/src/dx
./build.sh
cp bin/dx ~/bin/dx
build.sh baut nach ./bin, je ein Binary für macOS und Linux auf arm64 und
amd64, und legt bin/dx als Symlink auf das für diese Maschine. Für eine
einzelne Plattform:
PLATFORMS="linux/amd64" ./build.sh
Jeder Lauf zählt die Patch-Nummer in version.txt um eins hoch und baut sie
per -ldflags in alle Binaries ein — dx --version sagt also, welcher Bau
läuft. Ein nacktes go build geht auch, meldet dann aber die Vorgabe aus
main.go statt der wirklichen Nummer.
Braucht Go ≥ 1.26 und github.com/fatih/color. Das Perl-Original (dx, 1.0.2,
2016) liegt unverändert daneben und wird vom Bau nicht angefasst; es hat keine
Farben und keine Balken, tut aber sonst dasselbe.
Selbst aktualisieren
dx --check-update # nur nachsehen
dx --update # holen und ersetzen
dx holt sich das neueste Release von
git.micw.org/mike/dx — die URL steht fest im
Programm, es gibt nichts zu konfigurieren. Gebraucht wird ein Release je
Version, dessen Tag die nackte Nummer ist (2.1.6), mit den Dateien aus ./bin
als Assets; gesucht wird die eine, die zu GOOS/GOARCH dieser Maschine passt.
Ersetzt wird die laufende Datei selbst. Ist der aufgerufene dx ein Symlink —
etwa ~/bin/dx auf ~/src/dx/bin/dx-darwin-arm64 —, wird das Ziel dahinter
erneuert, nicht der Link. Vor dem Tausch wird das frisch Geladene einmal mit
--version aufgerufen; meldet es nicht die erwartete Nummer, bleibt alles, wie
es war. Der Tausch selbst ist ein rename im selben Verzeichnis, also atomar:
entweder die alte Datei oder die neue, nie eine halbe.
Liegt das Binary irgendwo, wo der eigene Benutzer nicht schreiben darf
(/usr/local/bin), sagt dx --update das und tut nichts — dann sudo.
Wiederverwenden
selfupdate.go hängt an nichts im Rest des Programms und kommt mit der
Standardbibliothek aus. Für ein anderes Programm die Datei kopieren, den Block
oben anpassen —
var selfUpdate = selfUpdater{
repo: "https://git.micw.org/mike/foo",
asset: "foo",
current: version,
verify: []string{"--version"},
}
— und --update und --check-update in die Optionen hängen. Alles Weitere in
der Datei heißt selfUpdate… oder update… und kollidiert deshalb nicht.
verify leer lassen, wenn das Programm keinen billigen Versionsaufruf hat; dann
entfällt der Probelauf. Erwartet wird eine Gitea-Instanz (getestet mit 1.27);
GitHub kennt dieselbe Route unter anderen Feldnamen und wird nicht bedient.
Optionen
-n |
--number |
nach Dateizahl sortieren statt nach Größe |
-d |
--dirs |
nur Verzeichnisse zählen, Dateien der obersten Ebene weglassen |
-r |
--reverse |
größtes zuerst |
-t N |
--top=N |
nur die N größten zeigen, den Rest zu einer Zeile summieren |
-h |
--help |
Hilfe |
--bar, --no-bar |
Balken und Prozent erzwingen bzw. abschalten | |
--color=auto|always|never |
Farbe erzwingen bzw. abschalten | |
--version |
Version | |
--check-update |
nachsehen, ob ein neueres Release da ist | |
--update |
neuestes Release holen und installieren |
Kurzoptionen lassen sich bündeln (-rt 3, -dn), der Wert von -t darf kleben
(-t5) oder folgen (-t 5). Ein -- trennt Optionen von einem Pfad, der mit
- beginnt. Ohne Pfad gilt das aktuelle Verzeichnis.
Sortiert wird aufsteigend, das Größte steht also direkt über dem Prompt und man
muss nicht scrollen. -r dreht das um, für Pipes und lange Listen.
Bei -t steht die Sammelzeile immer am kleinen Ende: oben bei normaler
Sortierung, unten bei -r.
| Exit | |
|---|---|
| 0 | alles gelesen |
| 1 | Pfad existiert nicht oder ist kein Verzeichnis |
| 2 | Option falsch benutzt |
Farbe und Balken
Beides gilt am Terminal und entfällt in einer Pipe — dx | sort bekommt reinen
Text. --color=always schaltet beides wieder ein, für less -R. Wer nur eins
davon will, sagt es mit --bar / --no-bar ausdrücklich. NO_COLOR wird
beachtet.
Die Farben folgen den file_type-Rollen aus themes/eza/theme.yml, damit
dieselbe Datei in eza und dx gleich aussieht:
| Verzeichnis | blue, fett | Archive | orange | |
| ausführbar | green, fett | Bilder | violet | |
| Symlink | pink | Video | pink | |
| Quelltext, Konfiguration | blue | Audio | green | |
README, Makefile, go.mod |
yellow | Schlüssel, Zertifikate | red | |
| Dokumente | white | Kompilate (.o, .dylib) |
grey | |
| sonstige Dateien | white | .tmp, .bak, .DS_Store |
darker |
Die Zahlenspalte ist grey, eine Null dark. Die Größenspalte trägt die
Größenrampe des eza-Themes — bis K green, M yellow, G orange, T red — und der
Balken nimmt die Farbe der Spalte auf, deren Anteil er zeigt: die der Größe,
mit -n die der Dateizahl.
Der Balken ist zehn Zellen breit und rechnet in Achteln (▏▎▍▌▋▊▉█). Was
weniger als ein halbes Prozent ausmacht, bekommt keinen Strich und steht als
<1% da statt als geschöntes 0%. Dadurch bleiben genau die Zeilen sichtbar,
auf die es ankommt.
Größen
Die Schwellen sind die des Originals: ab 1024 der jeweiligen Einheit wird
umgeschaltet. Unterhalb von 10 kommt eine Nachkommastelle dazu, weil 2G sonst
alles zwischen 1,5 und 2,4 Gigabyte bedeuten könnte. Ganze Bytes bleiben ganz.
8 4.9K 316M 1.1G
Was genau gezählt wird
Gezählt werden reguläre Dateien, wie bei find -type f. Verzeichnisse,
Sockets, Fifos und Geräte zählen nicht mit, auch nicht die Verzeichnisse selbst.
- Ein Symlink auf ein Verzeichnis wird nicht verfolgt und steht deshalb mit
0da — pink eingefärbt, damit die Null erklärt ist. - Ein Symlink auf eine Datei auf oberster Ebene zählt mit der Größe seines Ziels, ebenfalls pink.
- Hardlinks zählen so oft, wie sie vorkommen. In einem Baum mit
rsync --link-destoder Time Machine sind die Zahlen dadurch zu hoch; für so etwas istdxnicht gedacht. - Gemessen wird die Dateigröße, nicht der belegte Platz. Sparse-Dateien und APFS-Klone erscheinen größer, als sie auf der Platte sind.
- Was sich nicht lesen lässt — gesperrte Verzeichnisse, tote Symlinks — wird übersprungen und am Ende auf stderr gemeldet, damit die Tabelle heil bleibt.
-dlässt Dateien der obersten Ebene ganz weg, auch aus der Summe.
Unterverzeichnisse werden nebenläufig durchlaufen, so viele auf einmal wie
Kerne da sind. Das Original startete pro Verzeichnis einen find-Prozess; auf
~/go sind das 0,19 s statt 0,34 s.
Unterschiede zum Perl-Original
- Gleichstände sortieren nach Namen. Perl ließ sie in der Reihenfolge des
Hashes,
dx -ngab bei jedem Aufruf eine andere Reihenfolge aus. - Ein ungültiger Pfad ist ein Fehler. Perl listete stillschweigend das aktuelle Verzeichnis — plausible, aber falsche Zahlen.
- Die Namensspalte ist eine Stelle breiter, wenn der längste Eintrag ein
Verzeichnis ist. Perl zählte den angehängten
/bei der Spaltenbreite nicht mit, der längste Name klebte am Zahlenblock. - Fehler stehen auf stderr, statt als
find: … Permission deniedmitten in der Ausgabe. - Größen haben eine Nachkommastelle, siehe oben. Das ist die einzige Abweichung im alten Ausgabeformat; ohne Farbe und Balken ist der Rest byteweise identisch.
Neu sind -r, -t, die Balkenspalte, die Farben und die langen Optionen.
Aufbau
| Datei | |
|---|---|
main.go |
Zählen, Sortieren, Formatieren, Optionen |
filetypes.go |
Endung und Dateiname → Farbe |
selfupdate.go |
--update, eigenständig und zum Kopieren gedacht |
build.sh |
Bau für alle Plattformen, zählt version.txt hoch |
version.txt |
die zuletzt gebaute Version |
dx |
das Perl-Original von 2016 |
Die Palette steht in main.go doppelt — einmal als Zahlenwerte, einmal in den
Kommentaren als Rolle. Quelle der Wahrheit bleibt ~/src/mwxcol/mwxcol.go;
ändert sie sich dort, müssen die elf rgb{…} hier nachgezogen werden.